
Schüler entwickeln Audioguide für junge Besucher
Kassel – Wer künftig durch das Stadtmuseum Kassel geht, kann sich die Geschichte der Stadt von Jugendlichen erzählen lassen. Schülerinnen und Schüler der Klasse 8e der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule haben einen Audioguide mit neun Stationen entwickelt, der sich vor allem an junge Museumsbesucher richtet und kostenlos per App oder QR-Code im Museum abrufbar ist. Wie Antje Goebel vom Stadtmuseum erklärte, verfolgt der Audioguide dabei das Konzept „Peer-to-Peer“: Jugendliche vermitteln Geschichte für Jugendliche.
Kürzlich erhielten die beteiligten Schülerinnen und Schüler im Stadtmuseum erstmals die Gelegenheit, ihren fertigen Audioguide gemeinsam anzuhören.
Entstanden ist der Museumsführer im Rahmen des Projekts „Museumslauscher“, das hr2-kultur gemeinsam mit der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen ins Leben gerufen hatte. Das Stadtmuseum Kassel ist die zwölfte Einrichtung in Hessen, die Teil des Projekts ist. Gemeinsam mit den Mediencoaches Maria Bonifer und Juliane Spatz von hr2-kultur beschäftigten sich die Jugendlichen an mehreren Projekttagen intensiv mit der Geschichte Kassels. Dabei entschieden sie selbst, welche Stationen und Geschichten sie für junge Museumsbesucher besonders spannend fanden.
Nach einem Rundgang durch das Museum wählten die Schülerinnen und Schüler die Stationen aus, entwickelten die Texte und sprachen sie ein. Die passenden Soundeffekte wurden von den Schülern produziert und aufgenommen – darunter Wasser, Feuer, Menschenmengen und Cello-Klänge.
Dass der Audioguide bei der Zielgruppe ankommt, davon sind die Schülerinnen und Schüler überzeugt. „Er ist gut strukturiert, nicht zu lang und nicht zu kurz. Man muss sich keine langweiligen Ausführungen anhören“, sagt Kilian Sippel. „Es wird nicht so mit Fachbegriffen um sich geworfen“, ergänzt sein Mitschüler Leonard Sewald. Auch Museumsdirektor Kai Füldner hofft, mit dem Projekt neue Besucher anzusprechen. Geschichte müsse an die nächsten Generationen weitergegeben werden. Nur wenn sich junge Menschen dafür begeistern, könnten Museen auch langfristig weiter existieren. Deshalb solle das Museum für alle Menschen nahbarer werden und „nicht distanziert hinter Glasscheiben stehen“, sagt er.
Dass das Projekt bei den Jugendlichen gut angekommen ist, zeigte sich auch während der Vorstellung des Audioguides. Als Mediencoach Maria Bonifer fragte, wem die Arbeit daran Spaß gemacht habe, schnellten alle Hände nach oben. Dass trotz Hitzefrei zahlreiche Schülerinnen und Schüler zur Vorstellung ins Stadtmuseum gekommen waren, wertete sie zudem als „positives Zeichen für den Museumslauscher“.
CELINA PROSKE
Dieser Artikel ist am 30. Juni 2026 in der HNA erschienen.


