Kategorie: „Digitalisierung”

Lotsen im Digital-Dschungel

Schüler des Lichtenberg-Gymnasiums halfen Senioren, sich auf Smartphones zurechtzufinden – HNA vom 21.3.2019

VON PETER DILLING
Kassel – Smartphones sind längst nicht mehr nur eine Domäne der jüngeren Generation. Immer mehr Senioren, die die meiste Zeit ihres Lebens ein simples Telefon benutzt haben, wagen sich in die digitale Welt des Internets.
Doch viele der Älteren stellen anscheinend fest, dass die Hürden der Bedienung eines solchen Wunderwerks moderner Kommunikationstechnik hoch sind. Denn der Ansturm auf den Smartphone-Workshop für Ältere, den die Stadt erstmals im Rahmen ihres Seniorenprogramms im Rathaus anbot, war riesig. „Wir haben über 200 Anfragen erhalten“, sagt Ursula Langer, Geschäftsführerin des Seniorenbeirats. Die ursprünglich auf 15 Teilnehmer begrenzte Gruppe wurde auf 18 erweitert.
Neun Schüler des Georg-Christoph-Lichtenberg-Gymnasiums aus der AG „Digitale Helden“, ihre Lehrerinnen Meike Hoffmann und Svenja Panow sowie weitere freiwillige Helfer erklärten den Senioren die Grundlagen der Smartphone-Nutzung und lotsten sie durch den digitalen Dschungel. Der Rentner Klaus Lauterbach ist glücklich, dass ihm seine „Lehrerin“ Jessica Heimbichner beigebracht hat, wie er die Fotos auf seinem Smartphone ordnen kann.
„Er hat das gut gemacht“, lobt die 15-Jährige ihren Schüler. Er habe schon eine Weile ein Smartphone, berichtet Lauterbach. Doch dieses habe ihm sein Sohn, der in Frankfurt lebt, eingerichtet. Als er dann allein zurechtkommen musste, war der Rentner ratlos. Das Handbuch habe er auf mehreren 100 Seiten ausgedruckt. Mit dem Wust von Anweisungen sei er nicht klar gekommen, bekennt er. „Ich wusste gar nicht, dass auf meinem Gerät auch ein Navi ist“, sagt Lauterbach. Er freut sich, dass er nun im Urlaub auch die Wettervorhersage abrufen kann.
Durch den Workshop hat auch die Rentnerin Karin Becker Spaß an ihrem Smartphone gefunden. Sie kann jetzt auch den Wecker und die Uhr einstellen und nicht mehr benötigte Videos löschen. „Das hat mir mein Enkel geschenkt. Er hat es aber so schnell erklärt, dass ich nichts mitbekommen habe“, erzählt Becker. Sie lobt die Geduld ihrer „Lehrerin“ Sina Brandl.
Die 14-Jährige weiß aus Erfahrung, dass die meisten Älteren einfach mehr Zeit brauchen, um die digitale Welt zu verstehen. „Mein kleiner Bruder ist mit dem Smartphone viel schneller als meine Oma“, sagt die Achtklässlerin.
Der Workshop zeigte aber auch, dass Senioren gut mit einem Smartphone zurechtkommen können, wenn es maßgeschneiderte Kurse gibt. Die Nachfrage sei da, sagt Langer, die auch die Idee zu dem Workshop hatte. Sie will das Angebot fortsetzen. Wahrscheinlich noch im Frühjahr will Langer einen offenen „Digitalen Stammtisch“ organisieren. Lehrerin Hoffmann freut es, wie gut ihre Jugendlichen mit den Senioren ins Gespräch gekommen sind. Vielleicht werde man jetzt mal ältere Menschen einladen, damit sie den modernen Schulbetrieb kennenlernen.

Pressemitteilung des MINT-EC

HPI Schul-Cloud: Schulen helfen bei Entwicklung von digitalem Pilotprojekt

Kassel, 19. 09. 2018. Lehrkräfte aus ganz Deutschland treffen sich gerade in Kassel, um eine digitale Lernplattform für den Schulunterricht weiterzuentwickeln: Die HPI Schul-Cloud

Diese Woche kommen Lehrkräfte aus dem nationalen Excellence-Schulnetzwerk MINT-EC zusammen, die aktuell die HPI Schul-Cloud im Unterricht testen. Die Online-Plattform enthält digitale Lern- und Lehrinhalte und wird von Hasso-Plattner-Institut (HPI) und MINT-EC entwickelt. Dabei werden Nutzerinnen und Nutzer stets in den Entstehungsprozess eingebunden. Das Treffen in Kassel findet in Arbeitsgruppen (AGs) vom 17. bis 20. 09. an der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule statt.

„Die Stärke der AGs besteht für mich in der Möglichkeit zum kollegialen Austausch auf Augenhöhe und zur direkten Rückmeldung an das Entwicklerteam“, sagt Stefan Hermes, Schulleiter der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule. „Das Feedback aus den unterschiedlichen AGs kann dann in die Weiterentwicklung der Cloud einfließen. Somit wird gewährleistet, dass aus der Praxis für die Praxis gearbeitet und entwickelt wird.“

Durch die AG Beratungsnetzwerk (17. bis 18. September) sollen regionale Netzwerke entstehen, die neue Pilotschulen bei der Einführung und Nutzung der Cloud unterstützen. Der Schwerpunkt der AG Unterricht (19. bis 20. September) ist der Ausbau von didaktischen Konzepten und die Nutzung digitaler Inhalte. Im Oktober sind weitere AGs geplant, Termine stehen auf der MINT-EC-Website. Ergebnisse aus allen früheren AGs sind in diesem InfoKit zusammengefasst.

Aktuell testen 67 MINT-EC-Schulen aus 13 Bundesländern die HPI Schul-Cloud. Langfristiges Ziel ist die Einbindung aller 316 MINT-EC-Schulen bis Juli 2021. Das Pilotprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Christina Anders
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Team HPI Schul-Cloud

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