Wir verstehen das iPad als ein sinnvolles Werkzeug zur Ergänzung des traditionellen Unterrichtsgeschehens, das nicht um seiner selbst willen eingesetzt wird, sondern nur dann, wenn sich aus dem Einsatz ein tatsächlicher Mehrwert gegenüber herkömmlichen Unterrichtsarrangements ergibt. Diesem Ansatz folgend, wird es jedoch immer auch Phasen geben, in denen bewusst auf den Einsatz des iPads verzichtet werden wird, um beispielsweise die Entwicklung und Festigung der eigenen Handschrift nicht zu vernachlässigen und Schülerinnen und Schüler optimal auf weiterhin weitestgehend handschriftlich anzufertigende Prüfungsformate vorzubereiten.
Wir möchten die nachfolgend aufgeführten Möglichkeiten optimal in den unterrichtlichen Alltag im Spannungsfeld zwischen Tradition und Innovation integrieren.

Wesentliche Gelingensbedingung für erfolgreiches Lernen ist die Motivation zur Auseinandersetzung mit den Inhalten des Unterrichts.

Unsere Erfahrungen zeigen uns, dass Schülerinnen und Schüler immer dann besondere Motivation zeigen, wenn sie Inhalte auf ihre eigene Lebenssituation beziehen können, individuelle Schwerpunktsetzungen ermöglicht werden und dabei eigenverantwortlich und in kooperativen Lernarrangements gearbeitet wird. Wir glauben, dass die Arbeit in unseren 1:1-Klassen ein hohes Potential hat, bei unseren Schülerinnen und Schüler besondere Motivation für unsere Lerninhalte zu entfachen. Aktuelle, authentische und der (digitalen) Lebenswelt der Jugendlichen entstammende Quellen und kreative Lösungsmöglichkeiten sollen fest integrierter Bestandteil des Unterrichts in diesen Klassen werden.

Das iPad ist für die Beschaffung authentischer und aktueller Informationen hervorragend geeignet und lässt diese aufgrund der einfachen Bedienbarkeit tatsächlich zum Kinderspiel werden: Ein kurzer Klick auf den Safari Browser und die Internetrecherche kann beginnen.

Wir sehen es als unsere Aufgabe Schülerinnen und Schüler zu einem kritischen und konstruktiven Umgang mit der Fülle an Informationen zu befähigen. Hierbei wollen wir ihnen unter anderem helfen seriöse Quellen von unangemessenen unterscheiden zu können. Zahlreiche multimediale Nachrichten-Apps und der Zugang zu digitalen Tageszeitungen in deutscher oder in englischer Sprache ermöglichen die dringend erforderliche Aktualität und Authentizität unserer Unterrichtsinhalte, die wir aus herkömmlichen Schulbüchern nur in Ausnahmefällen kennen.

Die beiden Aspekte Individualisierung und Differenzierung sind aufgrund der heterogenen Lernvoraussetzungen von enormer Bedeutung, stellen jedoch vor dem Hintergrund der Klassenstärke und der Arbeitsbelastung eine hohe Herausforderung für die Lehrkräfte dar. Auch hier sehen wir das Potential des iPads, mit dem es ohne weiteres möglich ist, zusätzliche, ergänzende oder weiterführende Arbeitsmaterialien zur Verfügung zu stellen (z.B. durch weiterführende Links oder das Nutzen externer Lernwebseiten).

Themenspezifische Video- und Audiodateien (z.B. auf YouTube) haben in den letzten Jahren stetig an Bedeutung gewonnen. Richtig eingesetzt, ermöglicht die Integration dieser zusätzlichen Lernquellen eine Erweiterung des Lernens jenseits des starren Korsetts schulischer Rahmenbedingungen. Je nach Leistungsstand und Interesse können Schülerinnen und Schüler so auf externe oder von der Lehrkraft erstellte Lehrvideos zugreifen und zeitlich flexibel und im eigenen Lerntempo arbeiten.

Nicht nur hinsichtlich unterschiedlicher Leistungsniveaus, sondern auch im Hinblick auf unterschiedliche Lerntypen, können mit dem iPad individuelle Akzente gesetzt werden. Die Tatsache, dass mit dem iPad Lernprodukte unterschiedlichster Art erstellt werden können, macht es für die Lehrkraft deutlich einfacher auf die unterschiedlichen Interessen und Neigungen der Lernenden einzugehen. So kann zum Beispiel die Aufgabe „Present London’s most famous sights.“ in Form eines handschriftlich erstellten Posters, eines digitalen Posters mit Pages, eines Trailers mit iMovie, einem Comic mit ComicLife oder einem Erklärvideo mit Adobe Voice erstellt werden.

Im Gegensatz zum Arbeiten mit Leihgeräten und in unseren Computerräumen, erhalten Schülerinnen und Schüler durch das eigene iPad die Möglichkeit zur Kollaboration. Gerade in komplexen, arbeitsteiligen Phasen wird es so möglich, dass unterschiedliche Apps gleichzeitig verwendet werden, ohne dass dabei der Workflow gestört wird.

Insbesondere für die Zeit nach Unterrichtsschluss eröffnen sich noch weitere Vorteile. Mit Apps wie z.B. iTunes U oder Google Docs und webbasierten Anwendungen ist das gemeinsame Arbeiten an einem Dokument sehr leicht möglich. Eine Lerngruppe kann somit zeitlich und räumlich unabhängig ein gemeinsames Produkt erstellen. Dies ermöglicht veränderte Aufgabenstellungen, welche die Kooperation mit Mitschülern zwingend voraussetzen.

In diesem Zusammenhang ist sicherlich zu erwarten, dass die Schülerinnen und Schüler die iPads auch dazu nutzen werden, um sich mit ihren Klassenkameraden über schulische und private Themen auszutauschen. Der Austausch über Hausaufgaben und die Weiterverbreitung von Unterrichtsinhalten im Krankheitsfall sind dadurch sehr leicht zu realisieren.

Wir kennen und schätzen das kreative Potential unserer Schülerinnen und Schüler. Die Integration des iPads in den Unterricht eröffnet uns vielfältige Möglichkeiten, um die Kreativität zu fördern. Lernaufgaben, die eine kreative Bearbeitung fordern, sollen wesentlicher Bestandteil des unterrichtlichen Arbeitens sein. Unsere Erfahrungen zeigen, dass es unseren Schülerinnen und Schülern aufgrund der intuitiven Bedienbarkeit der Apps und des Gerätes sehr schnell gelingt, bemerkenswerte kreative Produkte (Poster, Videoclip, Comic, Trickfilm, Podcast, Song) zu erstellen.