Kurz vor den Sommerferien unternahmen im Juli alle Geschichtskurse der Q2 die Exkursion zur KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Vor Ort erwartete die Schülerinnen und Schüler ein volles Programm zum Thema Nationalsozialismus, Konzentrationslager im Allgemeinen und speziell zu dem Lager Mittelbau-Dora, wozu ungefähr 40 weitere Außenlager gehörten.
Als Teilnehmerin empfand ich diese Exkursion als sehr zielführend, denn in einem Anfangsgespräch in unserer Gruppe fiel mir direkt auf, dass die Mehrzahl der Schülerinnen und Schüler noch keine wirklichen Berührungspunkte mit einem Konzentrationslager oder dem Nationalsozialismus außerhalb schulischer Kontexte hatte.
Nachdem wir mit unserem Guide in einem Seminarraum eine interessante Einführung hatten und in diesem Rahmen sogar in Steckbriefen Überlebender viele tragische Einzelschicksale kennenlernten, ging es in den ehemaligen Stollen des Konzentrationslagers. Dieser wurde von den Häftlingen selbst errichtet und später für den Bau von Kriegswaffen genutzt. Mir persönlich sind davon besonders die großen Hallen, die als Schlafplatz im Berg verwendet wurden, in Erinnerung geblieben. Außerdem erschreckte mich die Größe des gesamten Konstruktes unter Tage.
Nach einer Mittagspause besichtigten wir den Teil des Konzentrationslagers, der über Tage lag, dazu gehörten zum Beispiel der Appellplatz oder auch das ehemalige Krematorium. Außerdem besuchten wir eine interessante Ausstellung zum Thema Flucht, in der ich viele tragische Geschichten gelesen habe und mir klar wurde, dass der Ausbruch an sich nicht das Schwierigste war, sondern eher das Leben danach, das Eingliedern in die Gesellschaft, ohne aufzufallen, oder die Bewältigung des Lebens unter prägenden Traumata.
Was mir persönlich durch die Gespräche mit unserem Guide und die intensive Führung besonders aufgefallen ist und, was für mich vorher nie so deutlich war, ist die Täterrolle der gesamten Gesellschaft und diesbezüglich, dass wir auf unsere Demokratie sehr gut aufpassen müssen, um die Wiederholung eines derartigen Ereignisses zu verhindern.
Marie Murr





